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Universität Graz Grazer Juristische Gesellschaft Veranstaltungen Veranstaltungen 2026
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Veranstaltungen 2026

14.01.2026Univ.-Prof. Dr. Christian Fleck / Univ.-Prof. Dr. Gerald Lamprecht / Klaus Riedel, MA„Jüdische Anwälte in Graz
11.03.2026Univ.-Prof. Dr. Martin Miernicki„Vom Bargeld zum digitalen Euro – Rechtsfragen zur Digitalisierung des Geldes“
15.04.2026LStAin MMag.a Verena Cap„Europäische und internationale Aspekte der Tätigkeit in der Zivilrechtssektion des Bundesministeriums für Justiz“ 
20.05.2026Univ.-Prof. MMag. Dr. Paul Gragl„Haltungsnote ungenügend? Der Umfang der EU-Beistandspflicht für Österreich im Lichte der irischen Klausel“
24.06.2026Dr. Wolfgang Peschorn“Die Finanzprokuratur - Struktur und aktuelle Problemlagen"
21.10.2026Univ.-Prof. Dr. Farsam SalimiThema wird noch bekanntgegeben
18.11.2026Univ.-Prof. MMMag. Dr. Philipp AnzenbergerThema wird noch bekanntgegeben 

„Jüdische Anwälte in Graz“

Vortragende: Univ. Prof. Dr. Christian Fleck / Univ. Prof. Dr. Gerald Lamprecht / Klaus Riedel, MA

Zum Vortrag: Nachdem der Staatsdienst Juden häufig verschlossen war, bot der Beruf des Rechtsanwalts als freier Beruf jüdischen Juristen seit dem 19. Jahrhundert die Möglichkeit zur sozialen Etablierung. Im Gefolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Juden und Personen mit jüdischen Vorfahren die Fortführung ihrer Berufstätigkeit verunmöglicht. Viele wurden in die Emigration gezwungen oder im Holocaust ermordet. Nach dem Ende der NS-Diktatur kehrten nur einige Überlebende zurück und nahmen ihre Berufstätigkeit wieder auf. Einer davon war Ludwig Biró, dessen Autobiografie soeben wieder aufgelegt wurde. Die Vortragenden stellten Ludwig Biró vor, schilderten die Geschichte der jüdischen Anwälte in Graz nach dem März 1938 und setzten sich mit der Aufarbeitungsgeschichte der verfolgten jüdischen Rechtsanwälte in Österreich auseinander.

 

Zu den Referenten:

Christian Fleck war als Hochschullehrer an der Universität Graz tätig und ist Herausgeber der Autobiografie Ludwig Birós, Die erste Hälfte meines Lebens (2025).

Gerald Lamprecht ist Leiter des Centrums für jüdische Studien an der Universität Graz und Professor für Zeitgeschichte.

Klaus Riedel studierte Zeitgeschichte an der Universität Graz und schrieb seine Masterarbeit über die Verfolgung jüdischer Rechtsanwälte in Graz.

 

Büchertisch: Der Literaturverlag Droschl präsentierte seine Neuauflage von Ludwig Biró, Die erste Hälfte meines Lebens - Erinnerungen eines Grazer jüdischen Rechtsanwalts von 1900 bis 1940, hrsg. von Christian Fleck.

Gerald Lamprecht, Klaus Riedel, Christian Fleck
Univ. Prof. Dr. Gerald Lamprecht, Klaus Riedel, MA, Univ. Prof. Dr. Christian Fleck

„Vom Bargeld zum digitalen Euro – Rechtsfragen zur Digitalisierung des Geldes“

Univ.-Prof. Dr. Martin Miernicki, BA, BSc

Zum Vortrag:  Während das Bargeld in Österreich weiterhin einen wichtigen Stellenwert besitzt, nehmen Zahlungen im digitalen Raum rapide zu; gleichzeitig plant die EZB die Einführung des „digitalen Euro“, einer neuen Form digitalen Zentralbankgeldes. Der Vortrag ordnete die digitalen Erscheinungsformen des Geldes rechtlich ein und setzte sich mit dem vorgeschlagenen Regelungsrahmen des digitalen Euro auseinander. Besondere Beachtung findet dabei der geplante Status des digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.

Zum Referenten: Martin Miernicki ist seit April 2025 Universitätsprofessor für Business, Law and Digital Innovation an der Universität Graz. Zuvor war er am Institut für Recht der Wirtschaft der Universität Wien tätig, wo er sich im Dezember 2022 habilitierte (Lehrbefugnis: Unternehmens- und Wirtschaftsrecht, Bürgerliches Recht). Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zivil- und wirtschaftsrechtliche Fragen der Digitalisierung. 

Univ.-Prof. Dr. Martin Miernicki, BA, BSc
Univ.-Prof. Dr. Martin Miernicki, BA, BSc

„Europäische und internationale Aspekte der Tätigkeit in der Zivilrechtssektion des Bundesministeriums für Justiz“

LStA MMag. Verena Cap

Zum Vortrag:  Der Vortrag gab einen Einblick in die Struktur und Tätigkeit der Zivilrechtssektion des Bundesministeriums für Justiz. Der Schwerpunkt war auf der Darstellung der Herausforderungen und reizvollen Aspekte der überwiegend legistischen Arbeit im nationalen, europäischen und internationalen Umfeld gelegen. Dazu zählen Verhandlungen in EU-Ratsarbeitsgruppen und internationalen Gremien, aber auch die Betreuung von Verfahren vor europäischen Gerichten. 

Zur Referentin: Verena Cap absolvierte die Ausbildung zur Richterin im Sprengel des Oberlandesgerichts Graz und wechselte Ende 2008 in die Zivilrechtssektion des Bundesministeriums für Justiz. Zunächst fungierte sie als Referentin ua in der Abteilung für Sachen-, Schuld- und Wohnrecht sowie in der Abteilung für internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht, deren Leitung sie 2018 übernahm. Sie ist auch als Autorin von Fachpublikationen und als Vortragende tätig.

GJG
Vortragende LStA MMag. Verena Cap, Vorstand der GJG sowie BesucherInnen
LStA MMag. Verena Cap
LStA MMag. Verena Cap

„Haltungsnote ungenügend? Der Umfang der EU-Beistandspflicht für Österreich im Lichte der irischen Klausel“

Univ.-Prof. MMag. Dr. Paul Gragl

Zum Vortrag: Der Vortrag beleuchtete die in Art. 42 Abs. 7 EUV niedergelegte unionsrechtliche Beistandspflicht und deren Bedeutung für Österreich, das sich auf die sogenannte „irische Klausel“ berufen kann. Diese Klausel ist insofern interessant als sie betont, dass die Beistandspflicht „den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten“, dh bündnisfreier und neutraler Staaten, „unberührt“ lässt. Daraus ergeben sich einige wesentliche Rechtsfragen, so etwa was eine Bündnisklausel überhaupt ausmacht und ob solche Ausnahmen ihrer Wirksamkeit schaden; welche konkreten Rechtspflichten sich nun aus Art. 42 Abs. 7 EUV für die Mitgliedstaaten im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen einen Mitgliedstaat ergeben; und was dies rechtlich für das neutrale Österreich im Falle der Berufung auf die irische Klausel bedeutet.

Zum Referenten: Paul Gragl ist seit April 2021 Universitätsprofessor für Europarecht am Institut für Europarecht der Universität Graz. Davor war er in zahlreichen Positionen, zuletzt als Reader in Public International Law, an der City University London und der Queen Mary, University of London tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind vielfältig und umfassen nicht nur das Europarecht, sondern auch das Völkerrecht und die Rechtsphilosophie.

Univ.-Prof. MMag. Dr. Paul Gragl
Univ.-Prof. MMag. Dr. Paul Gragl

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