Veranstaltungen 2026
| 14.01.2026 | Univ.-Prof. Dr. Christian Fleck / Univ.-Prof. Dr. Gerald Lamprecht / Klaus Riedel, MA | „Jüdische Anwälte in Graz |
| 11.03.2026 | Univ.-Prof. Dr. Martin Miernicki | „Vom Bargeld zum digitalen Euro – Rechtsfragen zur Digitalisierung des Geldes“ |
| 15.04.2026 | LStAin MMag.a Verena Cap | „Europäische und internationale Aspekte der Tätigkeit in der Zivilrechtssektion des Bundesministeriums für Justiz“ |
„Jüdische Anwälte in Graz“
Vortragende: Univ. Prof. Dr. Christian Fleck / Univ. Prof. Dr. Gerald Lamprecht / Klaus Riedel, MA
Zum Vortrag: Nachdem der Staatsdienst Juden häufig verschlossen war, bot der Beruf des Rechtsanwalts als freier Beruf jüdischen Juristen seit dem 19. Jahrhundert die Möglichkeit zur sozialen Etablierung. Im Gefolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Juden und Personen mit jüdischen Vorfahren die Fortführung ihrer Berufstätigkeit verunmöglicht. Viele wurden in die Emigration gezwungen oder im Holocaust ermordet. Nach dem Ende der NS-Diktatur kehrten nur einige Überlebende zurück und nahmen ihre Berufstätigkeit wieder auf. Einer davon war Ludwig Biró, dessen Autobiografie soeben wieder aufgelegt wurde. Die Vortragenden stellten Ludwig Biró vor, schilderten die Geschichte der jüdischen Anwälte in Graz nach dem März 1938 und setzten sich mit der Aufarbeitungsgeschichte der verfolgten jüdischen Rechtsanwälte in Österreich auseinander.
Zu den Referenten:
Christian Fleck war als Hochschullehrer an der Universität Graz tätig und ist Herausgeber der Autobiografie Ludwig Birós, Die erste Hälfte meines Lebens (2025).
Gerald Lamprecht ist Leiter des Centrums für jüdische Studien an der Universität Graz und Professor für Zeitgeschichte.
Klaus Riedel studierte Zeitgeschichte an der Universität Graz und schrieb seine Masterarbeit über die Verfolgung jüdischer Rechtsanwälte in Graz.
Büchertisch: Der Literaturverlag Droschl präsentierte seine Neuauflage von Ludwig Biró, Die erste Hälfte meines Lebens - Erinnerungen eines Grazer jüdischen Rechtsanwalts von 1900 bis 1940, hrsg. von Christian Fleck.
„Vom Bargeld zum digitalen Euro – Rechtsfragen zur Digitalisierung des Geldes“
Univ.-Prof. Dr. Martin Miernicki, BA, BSc
Zum Vortrag: Während das Bargeld in Österreich weiterhin einen wichtigen Stellenwert besitzt, nehmen Zahlungen im digitalen Raum rapide zu; gleichzeitig plant die EZB die Einführung des „digitalen Euro“, einer neuen Form digitalen Zentralbankgeldes. Der Vortrag ordnete die digitalen Erscheinungsformen des Geldes rechtlich ein und setzte sich mit dem vorgeschlagenen Regelungsrahmen des digitalen Euro auseinander. Besondere Beachtung findet dabei der geplante Status des digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.
Zum Referenten: Martin Miernicki ist seit April 2025 Universitätsprofessor für Business, Law and Digital Innovation an der Universität Graz. Zuvor war er am Institut für Recht der Wirtschaft der Universität Wien tätig, wo er sich im Dezember 2022 habilitierte (Lehrbefugnis: Unternehmens- und Wirtschaftsrecht, Bürgerliches Recht). Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zivil- und wirtschaftsrechtliche Fragen der Digitalisierung.